1160 Bauanträge weniger als im Vorjahr

Wohnungsbau, Wohnung, Kran, Gerüst

Köln

Ein Desaster zeichnet sich beim Wohnungsbau in Köln ab. Die Stadtspitze verkündet seit Jahren, dass mehr Wohnungen gebaut werden sollen damit der Zuzug, der Wohnungsmangel und die rasant steigenden Mieten halbwegs in den Griff zu bekommen sind. Tatsächlich wird aber weniger gebaut, mit drastischen Folgen für alle Kölner.

Den Rückschlag belegen neue Zahlen. Im Jahr 2017 wurden genau 2138 Wohnungen fertiggestellt laut der  Bauverwaltung. Das ist ein Minus von zehn Prozent zum Vorjahr. Die Stadt wollte dabei klotzen angesichts der Bevölkerungszunahme und gab aus 6000 neue Wohnungen pro Jahr als Ziel.

Es kommt noch dicker. 2607 Wohnungen wurden im Jahr 2017 genehmigt. Das sind 1160 Bauanträge weniger als 2016. Das ist ein Einbruch um minus 31 Prozent.

Köln werde nächstes Jahr zulegen, so die Verwaltung, zumindest bei den Fertigstellungen von Wohnungen. Denn es liegen erteilte Baugenehmigungen vor für 7600 Wohnungen, aufgestaute aus den Vorjahren, so dass bald mit deren Fertigstellung zu rechnen sei.

Zu wenig Bauland?

Daran hat Hauptgeschäftsführer vom Kölner Haus- und Grundbesitzerverein Thomas Tewes Zweifel: „Selbst wenn die alle zügig gebaut würden, reicht es nicht.“ Er mahne seit Jahren an, dass gerade im Außenbereich viel zu wenig Bauland ausgewiesen werde.

„Das rächt sich bitter“, so Tewes. Er hält dieses „Trauerspiel“ für hausgemacht. „Obwohl das Bevölkerungswachstum seit Jahren bekannt ist, fehlt jeder Plan, wie und wo sich die Stadt entwickeln soll.“

Es würde außerdem viel zu lange dauern, bis Bauwillige eine Baugenehmigung erteilt bekämen nach dem Marsch von Amt zu Amt.

Kienitz: „Stadt muss schneller werden“

Niklas Kienitz, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der CDU sagt: „Wir wissen, dass die Stadt bei den Baugenehmigungen schneller werden muss“. Ein Kernprojekt der Verwaltungsreform seien beschleunigte Prozesse von der Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Von einer dramatischen Entwicklung spricht die SPD. Der stadtentwicklungspolitischer Sprecher Michael Frenzel sagt: „Der Wohnungsmarkt rutscht immer weiter ins Minus. Bis 2029 fehlen so rund 60.000 neue Wohnungen.“ Die SPD sie entsetzt, dass 94 Stellen in den zuständigen Ämtern der Verwaltung nicht besetzt seien.

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