Deutschland-Spiel dürfte Millionen kosten

Das Deutschlandspiel soll Millionen kosten

Das entscheidende dritte Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Südkorea bei der Fußball-WM in Russland kostet die deutsche Wirtschaft Schätzungen zufolge rund 130 bis 200 Millionen Euro. Das Spiel wird am Nachmittag um 16 Uhr (MESZ) angepfiffen.

Einer Schätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge müssten dann eigentlich noch rund 30 Prozent der Deutschen arbeiten, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichteten.

Wenn jeder zweite von ihnen das Spiel schaut und dabei im Durchschnitt eine Stunde Arbeit ohne Nacharbeiten wegfällt, entstehen der Wirtschaft die vom IW geschätzten Kosten von bis zu 200 Millionen Euro. Die Forscher betonten jedoch, dass das Erlebnis, insbesondere wenn es gemeinsam am Arbeitsplatz stattfindet, auch den Zusammenhalt stärken könne – was sich wiederum positiv auf die Produktivität auswirken könnte.

Nebeneffekte für Einzelhandel

“Es geht ja nicht immer nur ums Geld, sondern auch um Teambuilding – und da gibt es sicher kaum etwas Besseres als gemeinsam mit den Kollegen ein spannendes Fußballspiel zu verfolgen”, sagte IW-Arbeitsmarktexperte Christoph Schröder. “Bleibt nur zu hoffen, dass die deutsche Mannschaft gewinnt.”

Sehr viel greifbarere WM-Effekte erhofft sich der Einzelhandel: Die Weltmeisterschaft dürfte einer Umfrage zufolge wieder viele Verbraucher zum Kauf eines neuen Fernsehers bewegt haben. Zusammen mit anderen typischen Begleiterscheinungen im Konsum könnte das sportliche Großereignis durchaus auch die Umsätze der Branche beleben.

Bei einer repräsentativen Befragung von 2000 Haushalten in Deutschland hatten im Vorfeld fünf Prozent der Deutschen angegeben, zur Fußball-WM ein neues Fernsehgerät kaufen zu wollen, wie der Unterhaltungselektronikverband GFU mitteilte. Insgesamt erklärten knapp elf Prozent der Befragten, dass sie in den kommenden ein bis zwei Jahren mehr Geld für ihr TV-Gerät oder Heimkino ausgeben wollen.

Positive Konsumneigung der Bürger

Beim Kauf eines Fernsehers klafft bei den Bundesbürgern dann allerdings eine Lücke zwischen ihrer grundsätzlichen Ausgabebereitschaft und der Summe, die dann wirklich ausgegeben wird: Während die Deutschen im Schnitt 850 Euro für die Anschaffung einplanen, liegt der Durchschnittspreis aller verkauften TV-Geräte aktuell nur bei 635 Euro.

Trotz einer insgesamt positiven Konsumneigung sollten sich Handel und Industrie deshalb Gedanken machen, riet GFU-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Kamp. Die Fußball-Weltmeisterschaft und andererseits die neuen technischen Möglichkeiten der Geräte seien “eine Steilvorlage”, die Ausgabebereitschaft in vollem Umfang abzurufen.

Mehr Geld als für Fernsehgeräte wollen die Befragten in den nächsten zwei Jahren unter anderem für die Küche und für Koch-Equipment (11,3 Prozent) ausgeben sowie fürs Auto (13 Prozent). Spitzenreiter mit deutlichem Abstand ist bei den geplanten Mehrausgaben das Reisen – hier wollen 22,1 Prozent künftig tiefer in die Tasche greifen.

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