Drohende Fahrverbote: IHK Köln fordert Ausnahmeregelungen für Unternehmen

Drohende Fahrverbote IHK Köln fordert Ausnahmeregelungen für Unternehmen

Als Mitglied des „Runden Tisches Luftreinhalteplanung“ hat die Industrie- und Handelskammer zu Köln geeignete Maßnahmen mitentwickelt, um die Abgasbelastung in Köln zu reduzieren.  Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, Ulf Reichardt begrüßt die erkennbare Tendenz aus der Sondersitzung der Ausschüsse Verkehr, Umwelt und Grün sowie der Bezirksvertretung Innenstadt, sich der Maßnahmenliste des Runden Tischs anzuschließen: „Einschränkungen beim Verkehr scheinen aufgrund des AVISO-Gutachtens unvermeidlich. Wir sprechen uns allerdings entschieden gegen ein generelles Diesel-Fahrverbot oder eine flächendeckende Blaue Umweltzone aus. Die Versorgung und Erreichbarkeit der Stadt wären gefährdet. Für die gewerbliche Wirtschaft gibt es derzeit nicht ausreichend Alternativen, um auf die Dieseltechnologie verzichten zu können. Daher bedarf es Ausnahmen und Übergangsfristen”

Der Wirtschaftsverkehr und der ÖPNV muss laut IHK gesichert sein. Der Kreis der Betroffenen reiche von den Berufspendlern, über den Wirtschaftsverkehr bis hin zu Touristen und Freizeitverkehren. „Die in der Ratsvorlage genannten Ausnahmen reichen nicht aus. Auch die Kölnmesse, der Hafen Niehl sowie Industrie- und Gewerbegebiete müssen erreichbar bleiben“, ergänzt Dr. Ulrich S. Soénius, stellv. Hauptgeschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik der IHK Köln. Die Befreiung von Verkehrsverboten sollte jedoch nicht nur für Krankenwagen, Arbeitsmaschinen sowie land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen gelten, sondern gleichfalls für Lkw. „Und der öffentliche Personennahverkehr kommt schon heute an seine Belastungsgrenze. Die IHK Köln fordert daher verstärkte Investitionen in den Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur“, so Soénius.

Die Ziele von Köln mobil 2025 unterstützt die IHK Köln. Hierbei werde der Fokus auf die Änderung des täglichen Mobilitätsverhaltens gelegt. Die Empfehlungen des Runden Tischs Luftreinhalteplanung werden im nächsten Schritt an die Bezirksregierung übergeben. Zur gemeinsamen Diskussion der Ausnahmeregelungen ist die IHK Köln jederzeit bereit. „Nach der Aufstellung des Luftreinhalteplans wird es Zeit, schnell in die Umsetzung zu kommen.“, betont Soénius.

Die IHK Köln ruft zudem Unternehmen dazu auf sich Gedanken über das eigene Mobilitätsverhalten zu machen. Um dies strukturiert zu tun, bietet die IHK den Zertifikatslehrgang „Betriebliche/r Mobilitätsmanager/in“ an. Mit dem betrieblichen Mobilitätsmanagement könnten Unternehmen selbst aktiv werden und Anreize für eine umweltbewusste Mobilität schaffen.

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