Aufschwung für Maschinenbau-Branche

Aufschwung Maschinenbau
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Mit Rückenwind geht es für Deutschlands Maschinenbauer ins Jahr 2018: Die exportorientierte Branche verzeichnete eine kräftige Nachfrage aus dem In- und Ausland, insbesondere aus dem Euroraum.

Die Bestellungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr insgesamt real um 9 Prozent, wie der Branchenverband VDMA in Frankfurt mitteilte. Auch im Bezirk der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim ist der Aufschwung zu spüren. Die Auslandsumsätze sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,3 Prozent auf gut 2,9 Milliarden Euro gestiegen. Zum Vergleich: Im Land Niedersachsen betrug der Zuwachs 9,4 Prozent.

„Diese Entwicklung zeigt sich auch bei der Anzahl der von der IHK ausgestellten Außenhandelsdokumente wie zum Beispiel Ursprungszeugnisse“, sagt Hartmut Bein, Außenwirtschaftsexperte der IHK Osnabrück. „Per Ende Juni konnte hier im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 6 Prozent verzeichnet werden. Ursprungszeugnisse benötigen die exportierenden Unternehmen zur Vorlage in bestimmten Auslandsmärkten, insbesondere Drittstaaten, also Länder außerhalb der EU.“

Politische Situation wirkt sich auf Exporte aus

Nach dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl und nach der Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, waren die Kunden verunsichert. Das hat die Branche belastet: insgesamt wurden bundesweit 2 Prozent weniger Bestellungen verzeichnet als 2015.

Die Exporte legten minimal um 0,2 Prozent auf 155,9 Milliarden Euro zu. “Einbußen in China und einigen Rohstoffförderländern wurden dank Ausfuhren in Länder der Europäischen Union (EU) kompensiert”, so VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Die Branche erwirtschaftet dort – einschließlich des Heimatmarktes – 62 Prozent ihres Umsatzes.

Direkte negative Auswirkungen der politischen Situation konnten im IHK-Bezirk dagegen nicht festgestellt werden. „Zukünftige unklare Rahmenbedingungen wie beim Brexit oder Ankündigungen seitens der US-amerikanischen Administration trüben allerdings das Stimmungsbild“, erklärt Bein. „Beim Brexit bleibt abzuwarten, wie die zukünftigen Beziehungen der EU zu Großbritannien gestaltet werden. In den USA sehen die Unternehmen auch Absatzchancen für ihre Produkte, wenn Donald Trump seine angekündigten Konjunktur-fördernden Maßnahmen umsetzt, etwa Steuersenkungen.“

VDMA erwartet leichten Produktionszuwachs

Angesichts der politischen Unsicherheiten rechnet die Branche mit ihren mehr als einer Million Beschäftigten in Deutschland 2017 nicht mit einer kräftigen Belebung des Geschäfts. Der VDMA ging zuletzt von einem leichten Produktionszuwachs von real 1 Prozent aus. Der Umsatz soll von geschätzt 220 Milliarden Euro auf 224 Milliarden Euro steigen.

 

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