Bildungskongress der Industrie- und Handelskammern in NRW: Auch kleine Schritte führen zum Berufsabschluss

Bildungskongress IHK NRW

Die jüngsten Umfragen der IHK Köln zeigen: der wachsende Fachkräftemangel ist das mit Abstand größte Geschäftsrisiko für die Unternehmen. Wie dieser Herausforderung begegnet werden kann, diskutierten jetzt die Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen (IHK NRW) auf einem landesweiten Bildungskongress, der unter dem Motto „Wissen.Weiter.Bildung“ stand. Im Vordergrund der Diskussionen stand die Frage, wie insbesondere jungen Schulabgängern mit Hochschulreife die Chancen der Beruflichen Bildung nahe gebracht werden können und wie auch Erwachsenen ohne Berufsabschluss noch der Weg zu einer beruflichen Qualifikation geebnet werden kann.

Als positives Beispiel wurde das Kölner Bildungsmodell präsentiert, das über Teilqualifizierungen mit mehreren Bausteinen zu einer qualifizierten Berufsausbildung führt. Das bislang einzigartige Modell ermöglicht Menschen zwischen 25 und 35 Jahren, die ohne Berufsausbildung sind, doch noch einen Beruf zu erlernen. In der Regel wird mindestens ein Hauptschulabschluss vorausgesetzt, aber auch Teilnehmer ganz ohne Schulabschluss haben das Programm schon erfolgreich absolviert. Die Teilnahme am Kölner Bildungsmodell ist für die Teilnehmer kostenlos, denn die Finanzierung erfolgt über Bildungsgutscheine. Bei Bedarf können sich die Teilnehmer bis zu acht Jahre Zeit für die Ausbildung nehmen, wenn es beispielsweise private Umstände nicht zulassen, die Ausbildung ununterbrochen fortzuführen.
Als Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, beim Bildungskongress das Thema Teilqualifizierung diskutierte, war auch Alexandra Benz mit auf dem Podium – die Verkäuferin aus Köln hat selber erfolgreich das Kölner Bildungsmodell durchlaufen.

Mit einem 7-Punkte-Plan will IHK NRW den Kampf um Fachkräfte aktivieren. Dazu gehört unter anderem, die Erwerbsquoten von Fachkräften zu erhöhen, die Fachkräftezuwanderung zu erleichtern und die Mobilität von Auszubildenden zu fördern. Der Kongress legte jedoch den Fokus darauf, die Höhere Berufsbildung als praxisorientierte Aufstiegsmöglichkeit sowie Teilqualifizierungen als zweite Chance für den Berufsabschluss zu fördern.

„In Köln werden wir weiter Wege und Mittel erproben und umsetzen, um die Unternehmen bei der Bewältigung des Fachkräftemangels zu beraten und zu begleiten“, sagt Christopher Meier, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Köln. „Der landesweite 7-Punkte-Plan unterstützt dieses Anliegen“.

Quelle: Text IHK Köln

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