Fit werden für den digitalen Wandel: Das Qualifizierungschancengesetz

Qualifizierungschancengesetz

Anfang 2019 ist das Qualifizierungschancengesetz in Kraft getreten. Arbeitnehmer sollen die Chance bekommen, sich durch Weiterbildung in digitalen Bereichen auf den sich verändernden Bedarf an Know-how auf dem Arbeitsmarkt einzustellen. Wenn Arbeitsplätze im Rahmen der technologischen Entwicklung wegfallen, entsteht gleichzeitig Bedarf an Mitarbeitern mit technologischem Know-how. Auch die Unternehmen profitieren von dieser zukunftsorientierten Förderung. Ihre Arbeitnehmer werden fit für den digitalen Wandel.

Die Bundesagentur für Arbeit fördert die Qualifizierung durch Beratung, ein umfangreiches Weiterbildungsangebot und finanzielle Mittel. Die Kriterien der Förderung sind klar in § 82 SGB III geregelt:

  • Die Weiterbildung darf nicht darauf abzielen, die Fertigkeiten des Mitarbeiters in Bezug auf seine aktuellen Aufgaben zu verbessern oder zu erweitern. Gefördert wird die Qualifizierung für zukünftige Aufgaben.
  • Der Angestellte muss seine Berufsausbildung bereits vor mindestens 4 Jahren abgeschlossen haben.
  • Zwischen zwei Weiterbildungen eines Angestellten müssen mindestens 4 Jahre liegen.
  • Die Weiterbildung muss entweder extern oder im Unternehmen durch einen externen Bildungsträger durchgeführt werden.
  • Sie muss länger als 4 Wochen dauern.

Wer wird wie gefördert?

Der Umfang der Förderung der Weiterbildungskosten hängt von der Größe des Unternehmens ab. Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern bekommen Zuschüsse bis zu 100 Prozent der Weiterbildungskosten. Kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern werden mit bis zu 50 Prozent unterstützt. Größere Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern werden mit bis zu 25 Prozent gefördert. Konzerne mit mehr als 2.500 Mitarbeitern bekommen 15 Prozent Förderung, bei entsprechenden Betriebsvereinbarungen bis zu 20 Prozent.
Eine Ausnahme gibt es für Mitarbeiter über 45 Jahren oder Schwerbehinderung, deren Weiterbildung bis zu 100 Prozent gefördert wird, ebenso wie für Angestellte ohne Berufsausbildung oder Mitarbeiter, die im Rahmen der Weiterbildung einen Berufsabschluss erwerben. Müssen Mitarbeiter für die Weiterbildung freigestellt werden, können auch die Lohnkosten von der Agentur für Arbeit übernommen werden.

Arbeitnehmer haben einen Rechtsanspruch auf Beratung durch das Arbeitsamt, allerdings keine Garantie, dass die Weiterbildung genehmigt wird. Auch der Arbeitgeber muss sein Einverständnis zur Weiterbildung geben. Ansprechpartner für die Beratung der Arbeitgeber zum Thema Qualifizierungschancengesetz ist der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit.

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