Arbeitsschutzexperte Maik Petrich informiert: Der neue Arbeitsschutzstandard SARS-CoV-2

Maik Petrich Arbeitsschutz Corona
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Wenn sich in Zeiten der Corona-Pandemie der Shut-down lockert, werden Unternehmen im Bereich Sicherheits- und Gesundheitsschutz besonders gefordert. Arbeitsschutz-Experte Maik Petrich gibt Tipps und Informationen, wie sich diese Situation bewältigen lässt.

Nach wie vor gelten die Regelungen, die der Arbeitsschutz generell setzt. Zusätzlich hat die Bundesregierung den neuen Arbeitsschutzstandard SARS-CoV -2 veröffentlicht. Verantwortlich für die Umsetzung ist der Arbeitsgeber auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung. Er muss sich von den Fachkräften für Arbeitsschutz und gegebenenfalls Betriebsärzten zu diesem Thema beraten lassen. Einige Neuerungen:

Arbeitsplätze

Mitarbeiter sollen am Arbeitsplatz mindestens 1,50 m Abstand von Publikumsverkehr und anderen Kollegen einhalten können. Transparente Schutzwände sollen eingesetzt werden, wenn dieser Abstand nicht einzuhalten ist. Ist der Abstand nicht einzuhalten, müssen Kunden, Dienstleister und Mitarbeiter mit Mund-Nasen-Schutz ausgestattet werden.

Sind bei Büroarbeitsplätzen Mehrfachbelegung von Räumen nicht zu vermeiden und Mindestabstände nicht möglich, sollte im Homeoffice gearbeitet werden.

Hygiene

Hautschonende Flüssigseife und Handtuchspender müssen in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden. Besonders Türklinken und Handläufe sollen regelmäßig gereinigt werden. In Kantinen und Gemeinschaftsräumen ist der Mindestabstand einzuhalten, wozu ggfs. Stühle entfernt und Abstandsklebestreifen im Wartebereich der Essensausgabe angebracht werden können.

Personal Organisation

Mit entsprechenden organisatorischen Maßnahmen muss verhindert werden, dass sich eine größere Anzahl Personen gleichzeitig in Räumen aufhält. Schichtwechsel, Pausenzeiten und Büroarbeitszeiten sollen so organisiert werden, dass sich möglichst wenige Personen gleichzeitig treffen und persönliche Kontakte weitgehend vermieden werden.

Raumluft

Wichtig ist regelmäßiges Lüften, um die Erregerzahl in der Raumluft zu minimieren. Auch Raumlufttechnische Anlagen sollten weiterhin betrieben werden, weil das Übertragungsrisiko als gering eingestuft wird.

Pandemieplan

Durch die Entwicklung eines Pandemieplans soll jedes Unternehmen im Fall von Infektionen von Betriebsangehörigen, Kunden oder Dienstleistern handlungsfähig sein. Die Kontaktpersonen mit Infektionsrisiko müssen ermittelt und informiert werden.

Psychischer Gesundheitsschutz

In Folge der Pandemie kann auch die psychische Belastung der Mitarbeiter steigen, z. B. durch  Auseinandersetzungen mit Kunden, eine hohe Arbeitsbelastung, die Regeln zum Abstandhalten oder die Arbeit im Homeoffice. In der Gefährdungsbeurteilung sollen geeignete Maßnahmen festgehalten werden, um diese Belastung zu minimieren, zu verhindern oder aufzufangen.

Verdachtsfälle

Treten bei einem Mitarbeiter Symptome wie Fieber, Husten oder Atemnot am Arbeitsplatz auf, muss die Möglichkeit zu einer kontaktlosen Fiebermessung bestehen. Der Mitarbeiter muss umgehend den Betrieb verlassen und sich an seinen Arzt oder das Gesundheitsamt wenden. Klagt ein Mitarbeiter zuhause über diese Symptome, soll er der Arbeit fern bleiben.

Persönliche Schutzausrüstung

Um Infektionen zu vermeiden, gibt es neue Regeln für den Einsatz und die Aufbewahrung von Personenbezogener Schutzausrüstung (PSA). Besonders strikt muss jetzt darauf geachtet werden, dass Schutzausrüstung und Arbeitskleidung nur personenbezogen genutzt werden dürfen. Deshalb muss die PSA oder Arbeitskleidung auch separat aufbewahrt und von der Alltagskleidung getrennt werden.

Maik Petrich ist Gründer und Geschäftsführer vom Arbeitsschutz Zentrum Petrich in Hamburg. Bundesweit berät er mit seinem Team zu den Themen Arbeits-, Gesundheits- und Brandschutz und fungiert als externe Fachkraft für Arbeitssicherheit. Neben Schulungen zu den genannten Bereich schult und zertifiziert er auch nach SCC (Safety Certificate for Contractors).

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